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Bericht:
Landesdelegiertenkonferenz 2009

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Humes, 29.05.2009
Mehr als 150 Delegierte und Gäste begrüßte Hedwig Garbade, Landesvorsitzende der SaarLandFrauen, im Gasthaus Ziegler in Humes (Landkreis Neunkirchen), bei der diesjährigen Landesdelegiertenkonferenz. Neben dem Geschäftsjahr 2008 ging es auch um die aktuellen Projekte der SaarLandFrauen: "Fit mit Milch", "Kochen mit Kindern und Jugendlichen", "Saarland: Aktiv und Gesund" sowie den aid-Ernährungsführerschein. Zum Thema "Sympathie und Erfolg durch moderne Umgangsformen" referierte Vera Linnenweber, die seit Jahren als kompetente Trainerin für moderne Umgangsformen bereits in Schulen und für Unternehmen tätig ist.
Foto Vorstand
v.l.n.r.: Astrid Schmeer (stellv. Landesvorsitzende), Vera Backes (Gf), Hedwig Garbade (Landesvorsitzende), Christel Altmeyer (stellv. Landesvorsitzende), Rosemarie Weber
Hedwig Garbade berichtet über die vielseitigen Aktivitäten des Verbandes im letzten Geschäftsjahr, die sich in diesem Jahr weiter entwickeln und ausgebaut werden, "denn nichts ist so beständig wie der Wandel", beginnt Hedwig Garbade die Sitzung. Das Projekt "Fit mit Milch" wurde Anfang 2009 durch das Urteil des Bundesverfassungsgericht und den damit verbundenen Wegfall der Zwangsabgabe der Landwirte an die CMA, finanziell hart getroffen. Doch mit den langjährigen Partnern, nämlich dem Umweltministerium, der Landesvereinigung für Milchwirtschaft des Saarlandes und Hochwald als regionalem Sponsor für Milch und -produkte wird die Erfolgsgeschichte auch in diesem Jahr mit reduziertem Budget weiter geschrieben.
Zielvorgabe ist es, die Schulmilch wieder als festen Bestandteil in die Pausenverpflegung einzuführen. Mit dem Unterricht soll die Bedeutung der Milch und Milchprodukte für die Ernährung verdeutlicht werden und in gezielten Unterrichts-stunden und Aktionen in Theorie und Praxis Lust auf dieses wertvolle, gesunde und vielseitige Lebensmittel gemacht werden.
Nach fünfjähriger Projektphase ist Hedwig Garbade zuversichtlich, dass es auch in 2010 gelingt, "mit den jetzigen Partnern diesen unverzichtbaren Beitrag für die Gesundheit unserer Kinder zu leisten". Hierzu stellt sich die neue Projektleiterin, Dipl. oec. troph. Petra Borgeest, vor. Sie begleitet auch die Kampagne des Ministeriums für Justiz, Gesundheit, Arbeit und Soziales "Saarland: Aktiv und Gesund". Ganz neu dazu gekommen ist beim Ministerium für Umwelt das Projekt "Kochen mit Kindern und Jugendlichen", das für weiterführende Schulen im Saarland konzipiert ist. "Regionale und saisonale Produkte zu kennen und sie zu einer gesunden und schmackhaften Mahlzeit zu verarbeiten, ist heute bei Jugendlichen nicht mehr selbstverständlich", so Garbade. "Wir schließen hier eine Lücke in der Wissensvermittlung zum Thema gesunde Ernährung und setzen einen Teil unserer Forderung nach Hauswirtschaft als Schulfach um."
Darüber hinaus gibt es Neues zu berichten bei den SaarLandFrauen! "Denn pünktlich zur Versammlung ist der Verband mit neuem Erscheinungsbild und allen wichtigen Informationen wieder im Internet präsent", so Hedwig Garbade. "Jetzt können alle interessierten Frauen sich umfassend über Werte, Ziele und Bildungsangebote der SaarLandFrauen informieren." Denn an diesem Tag wird auch das neue Bildungsprogramm 2009/10 für die Mitglieder veröffentlicht.
Auch personell gibt es Veränderungen, von denen Hedwig Garbade berichtet. Gretel Vogel stellt ihr Amt im geschäftsführenden Vorstand für den Landkreis Wadern aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung. Kommissarisch wird Barbara Greweldinger die Position im geschäftsführenden Landesvorstand für den Landkreis Wadern bis zum Ende dieser Legislaturperiode besetzen.
Zu den Ehrengästen zählte auch Katja Prinz, Referatsleiterin im MfU, die ganz aktuell vom neuen Projekt "Kochen mit Jugendlichen" berichtet. Denn am gleichen Tag fand an der Gesamtschule Dillingen die Auftaktveranstaltung statt mit Umweltminister Mörsdorf, Katja Prinz und den beiden Referentinnen Dipl. oec. troph. Petra Borgeest und Dipl. oec. troph. Nicole Verdirk. Stellvertretend für den Landesvorstand nahm Elisabeth Schütz (stellv. Kreisvorsitzende SLS, OV Niedaltdorf) daran teil. Gesundes Essen aus der Region steht dabei im Mittelpunkt. Außerdem lobt Katja Prinz das Engagement der SaarLandFrauen mit ihrem gelungenen Büffet anlässlich der Piccobello-Veranstaltung in St. Ingbert. Der Kreisverband Neunkirchen, mit Rosemarie Weber an der Spitze, hat diese Auftakt-Veranstaltung qualitativ hochwertig ausgerichtet. Es gab auch Lob und Anerkennung von höchster Stelle für die Arbeitsqualität und die Kreativität des Verbandes in den beiden erfolgreichen Projekten "Fit mit Milch" und "Kochen mit Kindern und Jugendlichen". Katja Prinz kommt auch auf das Schulfruchtprogramm zu sprechen. Hier soll mit Hilfe vom Ehrenamt künftig an saarländischen Schulen Obst verteilt werden.
Der Präsident des Bauernverbandes Saar e.V. Klaus Fontaine spricht in seinem Grußwort über die aktuelle Entwicklung am Nahrungsmittelmarkt. Vor noch einem Jahr wurde von Bio-Ethanol, Rapsöl und einer Verknappung der Nahrungsmittel gesprochen. Inzwischen hat der größte Preisverfall seit Kriegsende stattgefunden. Es gibt keine kostendeckende Preise mehr für Erzeuger. Der Wegfall der CMA-Abgabe greift nur kurz - langfristig findet auch keine Werbung mehr für den Absatz der heimischen Produkte mehr. Er bescheinigt den SLF eine sehr gute Arbeit mit "Fit mit Milch", da mit dem ehrenamtlichen Engagement gute Werbung für Nahrungsmittel gemacht wird. Vor einem Jahr gab es noch € 0,33 pro Liter Milch, heute liegt der Preis zwischen € 0,21 - 0,24. Der Bauernverband wird sich für Soforthilfen in den Betrieben einsetzen. Es sei ein Skandal, Analog-Käse statt echten Käse anzubieten. Dies ist eine Täuschung des Verbrauchers und macht die Preise für Milch- und Milchprodukte kaputt.
Richard Schreiner, Präsident der Landwirtschaftskammer, schließt sich den Worten von Fontaine an und geht ebenfalls auf die Entwicklungen im Lebensmittelmarkt ein, auch auf die Situation der Landwirte im Saarland. Vor allem die Ersatzstoffe, ob im Speiseeis (hier wird Milchfett durch andere Fette ersetzt, um billiger zu produzieren) oder im Käse, müssten entsprechend deklariert und ausgewiesen werden. Finanzielle Hilfen, Wettbewerbsgleichheit und Einflussnahme über die Politik seien das Gebot der Stunde, so Schreiner.
Als Höhepunkt der Veranstaltung konnte die Referentin Vera Linnenweber für das stets aktuelle Thema "Umgangsformen" gewonnen werden.
Vera Linnenweber
Vera Linnenweber
"Der erste Eindruck erhält nie eine zweite Chance", so Vera Linnenweber in ihrem Vortrag zu "Sympathie und Erfolg durch moderne Umgangsformen". Dabei bestimmen Kleidung und Körperhaltung etwa 50 Prozent des ersten Eindrucks, der sich nach maximal sieben Sekunden gefestigt hat. Danach gelten Mimik, Blickkontakt und Stimme als relevant. Dieser Anteil trägt zu 38 Prozent in maximal 30 Sekunden dazu bei, wie das Gegenüber eingeschätzt wird. Nur zu sieben Prozent zählt das, was gesprochen wird. Insgesamt gibt es fünf Etikette-Erfolgsbausteine, die zum persönlichen Eindruck gehören: Kleidung, sprich äußeres Erscheinungsbild, Körpersprache, Kommunikativ, Korrespondenz und Tischmanieren.
Schon Mutter Theresa sagte "Achte darauf, dass sich einer nach der Begegnung mit dir reicher fühlt als vorher."
Vera Linnenweber ist Mitglied im Arbeitskreis für Umgangsformen international, um dort die aktuellen Verhaltensformen für private und geschäftliche Anlässe zu diskutieren und weiterzugeben. So spielt die passende Kleidung je nach Anlass eine wichtige Rolle. Und der Händedruck sagt viel über die Persönlichkeit aus. Tabu sind immer noch Themen wie Krankheit, Tod, Politik, Religion und Finanzen in Gesprächen zwischen Personen, die sich kaum kennen. Stattdessen sollte "das kleine Gespräch, auch als small talk bekannt, das große Verbindungen schafft", so Linnenweber, "unverfängliche Themen beinhalten". Historisch haben sich die Umgangsformen für die Frau aus dem Jahr 1955 sehr geändert: "Halten Sie das Abendessen bereit. Planen Sie vorausschauend, damit die köstliche Mahlzeit für den Gatten pünktlich bereitet ist". Bedingt durch die vermehrte Berufstätigkeit der Frau hat diese Regel und auch andere ihre Gültigkeit verloren. Dennoch gibt es ungeschriebene Gesetze, die Vera Linnenweber ganz praktisch mit einigen Übungen und Beispielen zeigte.
Hinterlassen wir immer bei unseren Mitmenschen den gewünschten Eindruck? Unsere berufliche und gesellschaftliche Stellung erfordert, dass wir in jeder Situation sicher und souverän sowie angemessen und taktvoll auftreten. Viele Firmen haben erkannt, dass die Fachkompetenz ihrer Mitarbeiter alleine nicht ausreichend ist, um sich am Markt zu etablieren bzw. um langfristige Geschäftsverbindungen aufrechtzuerhalten. Wer im Geschäftsleben uns auch privat die Umgangsformen beherrscht, ist klar im Vorteil. Soziale Kompetenz ist nicht nur ein Modethema, sondern Spiegel und Wunsch unserer Gesellschaft. Mit einem Ausblick auf die diesjährigen Programme und Projekte endete die Veranstaltung.
Die Vorsitzende schloss die Versammlung mit einem herzlichen Dank an die Kreislandfrauen Neunkirchen unter der Führung der Kreisvorsitzenden Anja Gross mit ihrem aktiven Vorstand.
Frauen auf dem Land - ganz anders als Sie denken!